1947-1979

1979

Frankreich rot:

Ein Fall für den Abfluss war 2015 der Pierre Ponelle Chassagne Montrachet Premier Cru Clos de la Maltroye.

Kalifornien rot:

Mount Veeder Cabernet Sauvignon zeigte 2016 in der Nase Leder, Himbeersüße, kräftige Kräuteraromen mit Minze, Eukalyptus und Rosmarin, Rumtopf, frische Johannisbeeren und Würze mit etwas Zedernholz und Tabak. Der Wein baute schon in der Nase Druck auf. Beim Antritt machte sich nebst Beeren auch die Würze mit Edelhölzern, Kräuter, kräftigem Tabak und etwas Leder breit. Die Kräuternote erinnerte geschmacklich mehr an Thymian. Die Textur ging eine Symbiose mit den Umamirezeptoren auf der Zunge ein. Im Abgang zeigten sich noch zartbittere Schokonoten (WH91/100). Der Sterling Cabernet Sauvignon war 2016 in der Nase auffällig durch die prägnante Säure samt anoxidierter Schlehen. Die Holzwürzenote wurde von den Beeren etwas verdeckt. Eine leichte alkoholische Note machte sich bemerkbar. Der kräftige und fleischige Wein war dominiert von Holz, Würze und Tabaknoten, der Rumtopf kam auch am Gaumen wieder. Umso interessanter war der zarte Antritt, die wenigen Resttannine machten sich jedoch schnell im Mundraum breit. Einen Kontrapunkt setzte die rotfruchtige Süße (WH84/100).

1973

Deutschland rot:

Bei der kleinen Riesling Probe 2013 war der Heppenheimer Steinkopf der hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach ein modriger Apfelmost, der im Abguss landete.

1970

Frankreich rot:

Chateau Beauregard aus einer HS Flasche wies 2014 eine genüssliche süße florale Note (Rosen) in der Nase auf, wozu sich Würze, Trockenobst und ein leichter Moderton gesellten. Am Gaumen dann ein interessantes Süße-Säurespiel, ein sehr weicher Wein, der wie geschmolzenes Eis über die Zunge rann mit Würze, floraler Note, Johannisbeere und Rumtopf. Aus besseren Flaschen sicher ein Traum (WH91/100).

Frankreich rot:

Der CVNE Vina Imperial war 2017 ein nach Rosenblüten, dunklen Brottönen, erdiger Heunote und süßlichen Schattenmorellen duftender Wein, der komplex und zugleich intensiv war. Röstaromen mit Mokkatönen und herber Schokolade zeigten sich. Durch längeres Riechen setzten sich die einzelnen Aromen zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen, außerdem zeigten sich getrocknete Heidelbeeren. Der anfangs lasche Eindruck beim ersten Schluck mit erkennbarem Alkohol des Weines täuschte, nach 3-4 Sekunden im Mund zeigte sich die ganze Kraft des in voller Blüte stehenden Weines. Ähnlich einer Praline zeigte sich erst die feinherbe Schokolade und dann die sich ausbreitende Marmeladenfrucht, die neben Süße auch Säure zeigte. Eine leichte Vanillenote wurde erst bei zweiten Probieren deutlich. Im Abgang wurde die Frucht dann trockener, die Heidelbeeren zeigte sich erneut. Nach dem Austrocknen der Frucht zeigten sich im unendlichen Abgang geröstete Kaffeebohnen und Röstnoten vom Brot.

Deutschland weiss:

Leider nicht mehr genüsslich war eine Riesling Spätlese Forster Ungeheuer von Georg Siben Erben – der zwar bernsteinfarben leuchtete und nach Honig duftete – aber bei der kleinen Riesling Probe 2013 vermodert schmeckte.

1968

Italien rot:

Der Dosio Barolo Riserva Speciale war 2014 ein aromatisch nach Süßkirsche, Tabak und Holzfass duftender Wein, der am Gaumen leider Alterssäure zeigte. Dahinter fand sich Tabak, der Wein war von einer flüssigen Konsistenz, dahinter war Trockenheit durch sperrige Resttannine. Der Wein war weniger fruchtig als würzig und befand sich bereits auf dem Abstieg (WH64/100)

1967

Deutschland weiss

2015 war der Ferd. Pieroth Welthofener Rotenstein Müller-Thurgau und Sylvaner Burg Layen nur noch abflussreif.

1966

Frankreich rot:

Für den "zweiten Gang" am 1. Weihnachtsfeiertag 2013 habe ich tief in meine Truhe gelangt, es gab einen Henri Boillot Pommard Les Jarollieres. Der Höhepunkt ist leider schon ein paar Jahre her... Die Geruchsspuren von Marzipan, Tabak, Beeren, Apfel mit nach einiger Belüftung sogar auftretenden floralen Klängen lassen auf die frühere Klasse dieses Weines schließen. Die spitze Säure verbindet sich zwar mit der auch noch vorhandenen roten Johannisbeere, die noch am Gaumen bleibt, aber es sind auch Oxidationsaromen und eine unangenehme Bitterkeit vorhanden. Deshalb gut gemeinte (WH82-/100) mit deutlichem Minus für den Abstieg.

1955

Frankreich rot:

Gevrey Chambertin von Vandermeulen kam 2014 bei meiner Aprilprobe auf den Tisch. Lange hatte ich 2 Jahre davor nach einer der guten Flasche gesucht, die naturgemäß immer seltener und teurer werden. Dann ging die Spannung erneut los, denn natürlich war ich sehr aufgeregt, ob der Wein noch genießbar war. Der Probeschluck war ok, ab in die Karaffe für 1,5 Stunden und ab ins Glas: Da herrschte dann die Pure Aromenfracht: Fruchtnoten, Brotaromen, Rosen und Beeren in einer unglaublichen Konzentration. Am Gaumen dann ein dermaßen harmonischer Wein, wie ich ihn noch nie getrunken habe: Frucht, Power, intakte Säure, perfekte Tannine, Würze, Tabak, Fruchtextrakt. Ein Wein, denn man noch lange nach dem Schluck im Mund schmeckt und immer wieder neue Aromen entdeckt. Mein erster Wein mit (WH100/100), der trotz des Alters keine Schwäche zeigt - Burgunder in Höchstform.

1954

Spanien rot:

Der CVNE Vina Real Reserva Especial war 2015 ein nach konzentrierten süßlichen Rosenblüten duftender Wein. Ebenso war der Wein eine starke Würzequelle mit Tabak, altem Leder, etwas Rumtopf und voll integrierten Tanninen. Der Wein wirkte schon in der Nase konzentriert und extraktreich. Der Wein kam weich, zart und leicht auf der Zunge an und suchte sich seinen Weg zum Gaumen. Dabei hinterließ er wieder Rosenblüten, eine sehr milde Würze mit leichten Tabaknuancen, wenig Holz und einen feinen Schmelz. Die Säure war behaftet mit roten Johannisbeeren und perfekt integriert. Der Wein war auch im Abgang weich und süßlich. Welch wolkiges Tröpfchen (WH95/100).

1947

Frankreich weiss:

Chateau de Cérons aus der Vandermeulen Abfüllung zeigte sich 2014 aus einer MS-Flasche in der Nase harmonisch und komplex: Da gab es neben dem Rumtopf Trockenfrüchte, nasses Laub, eine Cognacnote und eine florale Note (Frühlingsblüten, keine Rosen). Am Gaumen kam Apfel, Malz, Toffee, ein nicht enden wollender Abgang mit samtigem Pelz im Mund, Apfelsäure, Honig, Schnapspraline (Rum und Schokolade). Ein toller Genuss trotz Risikoflasche (WH97/100)!