2007

Frankreich rot:

Chateau d'Aiguilhe war 2017 ein mittelkräftig duftender Wein, mit süßer Schwarzkirschennote, die die alkoholische Note nicht ganz unterdrücken konnte. Dazu gesellten sich ein paar Kräuternoten und Beeren. Der Wein war eher als elegant anzusehen, hatte jedoch ein sperriges Resttanningerüst, welches die sonst leckere Frucht sich nicht entfalten lies. Ein nice-to-drink Wein in gehobener Preisklasse (WH82/100). Lalande Bellevue war 2014 nicht der Renner. In der Nase war interessant, denn da gab es Frucht, Würze und fast Rauch. Am Gaumen jedoch ziemlich lasch mit etwas Johannisbeersäure und ein paar Tanninen (WH61/100). La Folie du Chateau St. Auriol war 2017 ein nach kandierten roten Früchten und Trockenfrüchten duftender Wein, bei dem man die Fasslagerung schon im Aroma riechen konnte, da Kakaoschale, Mokka, etwas Leder und Thymian deutlich erkennbar waren. Der Antritt war sehr weich und elegant mit perfekt integriertem Tannin und Tabakwürze. Die Fruchtnote erschien auch hier mit Trockenfrüchten (WH/100).

Frankreich weiss:

Den Chateau de Laborde Bordeaux Blanc habe ich 2015 probiert. In der Nase zeigten sich ein einem Fruchtkomplex Birne, Quitte, Feige und das Holzfass mit Süße und Haselnuss. Der Antritt war weich und es zeigten sich Frucht und Säure, am Gaumen kam eine leichte Holzwürze dazu. Die Birne kam mit etwas Süße daher. Der geschmackliche Wandel vom weichen, öligen Fruchtkomplex mit etwas Apfel zur zarten und pelzigen Holzwürze vollzog sich blitzschnell. Am Ende zeigte sich erneut die Haselnuss (WH78/100).

Italien rot:

Resta Ricordi Rosso del Salento Negroamaro war 2014 zwei mal in der Nase ein dichter, pflaumig-rosinig-kirschiger Wein, undekantiert merkt man noch einen metallischen Duft, sonst dichter Geruch, der am Gaumen pure Frucht (falls nicht dekantiert, wieder die metallische Note) zeigt, frische Früchte und Trockenfrüchte, zum Beispiel Pflaume und Rosine, kräftig, ein bisschen samtig mit Kanten und einer erdigen Würze, Johannisbeere, Brombeere und Süße. Hat noch Potenzial! (WH79-80/100) und in der besten Flasche mit bereits gut integrierten Tanninen (WH82/100).

Spanien rot:

Der 2015 verkostete Al Gairen Tempranillo zeigte sich in der Nase stark duftend mit dunklen Früchten und Beeren. Neben den Brombeeren und der Pflaume zeigten sich auch ein wenig die Johannisbeeren, eine Kräuternote, hintergründig etwas Zedernholz und eine leichte Beerenmarmeladensüße. Am Gaumen war der Wein ganz weich und zart, die Frucht breitete sich aus mit Pflaume und beerigen Noten, bevor sich die vanillige Süße vom Fass zeigte und der Wein trockener wurde. Es zeigten sich Edelhölzer und eine Graphitnote. Zwischen der Frucht und der Würze zeigten sich die Kräuter, auch im Abgang wurde der vielschichtige Wein trockener mit Graphit und schwarzen Johannisbeeren (WH83/100). Den Crianza von Vallformosa Penedes aus der Halben habe ich bisher 5x getrunken. Er roch 2013 fruchtig (rote Waldfrüchte) und leicht würzig, wenn man will ist da auch ganz leichter Rauch. Er schmeckt nach Eiche und roten Beeren ohne einen Mangel an Würze zu zeigen. Ein andermal entdecke ich bei genauerem Schnuppern Sauerkirsche aus der Fruchtnote heraus, der Körper ist mittelschlank und die Eiche etwas zu dominant. Noch 2 Jahre liegen lassen kann nicht schaden! Falls es vorher einmal eine Flasche sein soll: Dekantieren, sonst macht man einen großen Fehler. Die holzig-sperrige Note liegt sonst weit über allem. Die beste Flasche kam auf (WH87/100). Einmal auch eine schlechtere Flasche mit (WH78/100). Bei diesem Wein hatte ich jedoch auch etliche Korkschmecker, die zwar ersetzt wurden, doch ärgerlich ist das natürlich trotzdem. Der Wein ist aus guten Flaschen noch lange nicht am Ende, jederzeit eine Suche wert. Anders erschien der Wein 2016, als er deutlich reifer schmeckte. Er zeigte dazu eine Pflaumenlikörnote und dunkle Schokolade. Beim Dekantierten und älteren Exemplar war keine Spur mehr des einst kräftigen Holzaromas. Die Früchte erschienen getrocknet mit Heidelbeere und es zeigte sich eine Tabakwürze und Schwarzbrotaroma (WH87/100). 

Deutschland weiss:

Der Wiltinger Schlangengraben Riesling Kabinett vom mittlerweile geschlossenen Weingut Neu-Karges hat die Farbe eine jungen Whiskys und duftet 2013 bei der kleinen Riesling Probe nach leichter Aprikose und schmeckt ein bisschen mineralisch und verbindet sich mit der üppigen Säure (WH85/100). Bei einer weiteren Flasche fallen 2013 Nektarine und Kirsche sowie Blütenhonig (minimal) auf (WH82/100). Einmal 2013 leichte florale Noten und Zitrus in der Nase. Auf der Zunge ein leichter Schmelz, am Gaumen etwas Bitterkeit, die sich erst ins Süße wandelt, bis die Apfel-Zitrus-Säure durchkommt. Warum ist diese Flasche so anders? Wie ein Chardonnay mit etwas Bittermandel (WH83/100). 2016 zeigte sich eine Apfelnote und eine Petrolnote, die sich hinter dem Blütenduft versteckte. Eine süße Fruchtnote, die an Nektarine erinnerte wurde mit etwas Honig ergänzt. Am Gaumen zeigte sich nur eine leichte Apfelnote und der Hauch einer Mineralik. Das Erbe des Weingutes ist auf dem Abstieg (WH58-/100).

Afrika:

2013 habe ich einen Over Seas South Africa Western Cape Pinotage von den New World Wines geschenkt bekommen. In der Nase war er fruchtig-marzipanig mit eindeutigem Filterkaffee. Am Gaumen Weich mit kurzer Frucht. Ich habe noch nie einen Rotwein getrunken, der trotz Eichenfasslagerung (oder Eichenchips?) einen Abgang von nur ca. 0,5 Sekunden (!) hat. Da kommt kurz Kaffee und Leder, dann nur noch Aschenbecher.... sah mir nach billigem Supermarktwein aus, da wären für die Nase (WH86) aber es sind wegen des faden Kohlegeschmacks nur (WH59/100) drin.

Sonstiger Wein:

Tokaji Szamorodni von Kereskedöház duftete 2017 fruchtig-süßlich nach Holz, auch eine Würzenote lies sich erkennen. Auch die Reife des Weines ließ sich erkennen. Der Antritt war stark und süßlich und flashte die Geschmacksnerven. Erst beim zweiten Schluck ließ sich auch die Holzwürze erkennen. Die oxidierten süßlichen Fruchtaromen mit Apfel und Aprikose waren verwoben und so ließen sich ob der Komplexität kaum einzelne Früchte erkennen. Eine leichte Kakaonote war im sehr kurzen Abgang vorhanden (WH/100).

Schaumwein:

2013 haben Bekannte und ich in einem Großmarkt 72 Piccolos von Carstens SC erworben, je 24x 2006er,07er und 08er. Interessant ist, dass diese extrem schnell reifen und nur ein sehr kurzes Trinkfenster haben. Da muss man aufpassen. Vor einem Jahr noch ein guter Genuss, heute sind alle auf dem Abstieg (die Piccolos), während der 2008er aus der 1tel an Weihnachten 2013 noch gar nicht angefangen hat sich zu reifen. 2014 dann der Test: Der 2007er zeigt in der Nase Brottöne und eine leichte Petrolnote und Gewürzbrot am Gaumen, er wirkt viel zu alt (WH57/100).