2016

Italien rot:

Der Girlan Gschleier Vernatsch alte Reben war 2018 ein voluminös duftender Wein, der parallel die Leichtigkeit einer fruchtigen Süße ausstrahlte. Aus dem roten Fruchtaroma stachen der rote Apfel, rote Johannisbeermarmelade, Erdbeere und Kirsche hervor. Die kompottartige Note lud zum weiteren Verriechen ein, bei dem sich stets neue Details zeigten. Auch den erdigen Duft konnte ich erst so erkennen. Der Antritt war trockener, als der Duft vermuten ließ, jedoch nicht minder komplex. Die frischen roten Johannisbeeren vermischten sich hierbei mit der kräftigeren Würze und frischen Kirschen. Neben dem erdigen Aroma gesellten sich schwarze Pfefferkörner dazu. Der Geschmack verblasste nur langsam (WH/100).

Deutschland weiss:

Felix Schädler Grauburgunder Classic duftete intensiv-süß nach tropisch-exotischen Früchten wie Mango, Papaya, Drachenfrucht und entwickelte dabei ein echt druckvolles Aroma. Beim Antritt fiel sofort das Mousseaux auf. Der Geschmack war identisch zum Aroma in der Nase, der Wein war sehr füllig und schmeckte auch intensiv. Eine mineralische Note kam dazu, die Säure war hintergründig (WH85/100). Der Felix Schädler Sauvignon Blanc trocken war 2017 ein fruchtig duftender Wein mit fruchtigen Noten und Kräutern. Grüne Früchte, Drachtenfrucht, Minze, Thymian und Basilikum stachen hervor. Die sehr lebendige Frische war verbunden mit einer präzisen Aromatik. Der Wein war füllig mit leichtem Schmelz und zeigte eine für einen Sauvignon Blanc spritzige Säure. Die grünen Fruchtnoten, die Drachenfrucht und die oben benannten Kräuter waren ebenso wieder sehr präsent. Der erfrischende Geschmack wurde durch ein leichtes Mousseaux unterstützt. Es zeigte sich noch Limette und eine leichte Grapefruitbitterkeit, ohne dass die Grapefruit selbst Aroma beisteuern würde (WH86/100). Der Prinz von Preussen Honigsberg Riesling trocken Großes Gewächs war Ende 2017 ein nach Blütenhonig duftender Wein mit tropischen Fruchtnoten (Papaya, Mango), gedörrten Apfelringen und mineralischen Noten in der Nase. Am Anfang fiel das starke Mousseux auf. Doch das lässt sich leicht durch das Schwenken des Weines leicht reduzieren. Die Honigsüße wurde anfangs recht schnell durch die starke Mineralik im Keim erstickt, die Früchte hielten sich etwas länger. Der Abgang war mit Zitronennoten verbunden und sehr langanhaltend. Mit dem Mousseux erschien der Wein sehr trocken. Mit zunehmender Abnahme der Kohlensäure im Glas wurde der Wein gefälliger und auch fruchtiger, die tropischen Früchte wurden so erkennbar und waren auch länger schmeckbar, zusammen mit einer leichten Süße. Der Fokus auf die Mineralik blieb indes trotzdem erhalten (WH88+/100).

Deutschland rosé:

Der Felix Schädler Cabertin Spätlese war 2017 ein fruchtig duftender Rosé mit Himbeeraroma, das jedoch nicht intensiv war. Eine leichte überreife Pflaumennote, die wie eine "Alte Pflaume" ohne Holzfassreifung wirkte. Der Wein war leicht moussierend und zeigte Erdbeeren, Himbeeren und die zugehörige Süße. Auch die Pflaume zeigte sich, dieses mal jedoch mit Zimt kombiniert. Ein nur leichter Säurekontrapunkt ließen diesen Wein leicht und süffig wirken (WH79/100).